Famulatur

Ab dem fünften Fachsemester (erstes klinisches Semester) können die Studentin­nen und Studenten der Medizin die vorgeschriebene Famulatur ableisten. Sie verfolgt das Ziel, die Studierenden mit der ärztlichen Patientenversorgung in Einrichtungen der ambulanten und stationären Krankenversor­gung vertraut zu machen.

Die Famulatur wird abgeleistet

  1. für die Dauer eines Monats in einer Einrichtung der ambulanten Krankenversorgung, die ärztlich geleitet wird, oder einer geeigneten ärztlichen Praxis,
  2. für die Dauer von zwei Monaten in einem Krankenhaus und
  3. für die Dauer eines Monats wahlweise in einer der in Nummer 1 oder Nummer 2 genannten Einrichtungen.

Eine im Ausland in einer Einrichtung der ambulanten ärztlichen Krankenversor­gung oder in einem Krankenhaus abgeleistete Famulatur kann angerechnet werden.

Die viermonatige Famulatur ist nach bestandenem Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung bis zum Beginn des Praktischen Jahres während der unterrichtsfreien Zeiten abzuleisten. Sie ist bei der Meldung zum Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung in den Fällen des Absatzes 2 durch Bescheinigungen nach dem Muster der Anlage 6 zur Approbationsordnung nachzuweisen.

Quelle: "Approbationsordnung für Ärzte vom 27. Juni 2002 (BGBl. I S. 2405), die zuletzt durch Artikel 4 der Verordnung vom 17. Juli 2012 (BGBI. I S. 1539) geändert worden ist.

Zur gültigen Approbationsordnung für Ärzte im pdf-format gelangen Sie hier

„Taschengeld für Praxisfamulatur“

Bei der Ärztekammer Schleswig-Holstein kann ein Taschengeld für eine Famula­tur in einer allgemeinärztlichen Praxis beantragt werden. Der Antrag ist innerhalb von sechs Monaten nach Beendigung der Famulatur inklusive Bankverbindung und mit einer Kopie des Famulaturzeugnisses über ein Formular auf der Homepage der Ärztekammer einzureichen. Die Bezuschussung beläuft sich auf 110 EUR für 4 Wochen (max. Bezuschussung für 2 Monate).

Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein gewährt Vertragsärztinnen und -ärzten, unabhängig von der Fachrichtung, für die Beschäftigung von Famulanten in ihren Praxen einen monatlichen Zuschuss in Höhe von 200 Euro. Der Zuschuss ist als Taschengeld für den Famulus bestimmt und kann auch an ihn unmittelbar ausgezahlt werden. Er wird maximal für die Dauer der nach der Approbations­ordnung anrechnungsfähigen Zeit von zwei Monaten gewährt.

Diese Regelung gilt nur für Famulaturen, die in Schleswig-Holstein absolviert werden!

Für andere Bundesländer fragen Sie bitte bei den entsprechenden Ärztekammern nach. Eine Liste aller Ärztekammern einschließlich der Kontaktdaten finden Sie im Internet bei der Bundesärztekammer .

Bundesweite Famulaturbörse

Sie suchen einen Famulaturplatz? Bei der Online-Famulaturbörse der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) bieten niedergelassene Haus- und Fachärzte bundesweit Plätze für Famulaturen an. Die Suche kann nach Fachgebiet und Region/PLZ gefiltert werden.